← Alle Beiträge Produkt · 6. August 2026

SilentCRM geht in die Closed Beta

Jedes CRM, das ich in kleinen Betrieben gesehen habe, stirbt auf dieselbe Weise. Nicht mit einem Knall. Es wird eingeführt, drei Wochen lang pflegt jeder brav seine Kontakte, dann kommt eine Woche, in der das Tagesgeschäft alles frisst, und danach kehrt niemand mehr zurück. Ein halbes Jahr später ist es ein Datengrab, in dem man nichts mehr sucht, weil man ihm nicht mehr traut.

Man kann das den Leuten vorwerfen. Ich halte das für falsch. Wenn ein Werkzeug nur funktioniert, solange Menschen unter Zeitdruck Datenbankfelder befüllen, dann ist das Werkzeug falsch gebaut.

Deshalb habe ich SilentCRM gebaut. Es geht ab heute in die geschlossene Beta.

Die Wahrheit liegt schon im Postfach

Der Ausgangspunkt war eine simple Beobachtung: In jedem Handwerksbetrieb und jedem Vertriebsbüro existieren die Kundendaten längst. Sie stehen in den Mails. Sie stehen in den WhatsApp-Verläufen. Sie stehen in den PDFs, die als Angebot reinkommen. Was fehlt, ist nicht die Information, sondern jemand, der sie einsortiert.

Genau das ist die Arbeit, die bisher an Menschen hängt. Und genau diese Arbeit können Sprachmodelle inzwischen zuverlässig übernehmen: lesen, zuordnen, herausziehen, ablegen. Nicht spektakulär. Aber es ist der Unterschied zwischen einem System, das gepflegt werden muss, und einem, das mitschreibt.

Ein CRM, das Pflege braucht, ist kaputt gebaut.

Wie es arbeitet

Drei Schritte, und der dritte ist der wichtigste.

Verbinden

Postfach anschließen, optional WhatsApp. Kein Import-Marathon, keine Excel-Migration als Vorbedingung. Was in den Kanälen liegt, ist ab dem Moment der Datenbestand. Der Rest wächst nebenher.

Mitlesen lassen

Ab dann wandert jede Nachricht in die richtige Akte, samt Anhängen. Kommt ein Angebot als PDF, werden Laufzeit, Tarif und Verbrauch ausgelesen und in die Felder geschrieben, auch beim schiefen Handy-Scan von der Baustelle, der in der Praxis der Normalfall ist. Sagt jemand „Wenzel will das Angebot bis Freitag", wird eine Aufgabe daraus, mit Frist und beim richtigen Kunden.

Fehlt für ein Gewerk ein Feld, das es noch nicht gibt, legt der Assistent es an. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Punkt, an dem Standard-CRMs regelmäßig scheitern: Sie erzwingen ein Datenmodell, das für Software-Vertrieb entworfen wurde, und ein Heizungsbauer soll damit Wartungsintervalle verwalten.

Freigeben

Nach draußen geht nichts ohne den Menschen. Antworten werden vorbereitet, nicht verschickt. Jede Mail an einen Kunden sieht man vorher.

Das ist keine Einstellung in einem Menü, die man versehentlich ausschalten kann, sondern fest eingebaut. Ich habe genug Agenten gebaut, um zu wissen, wo die eigentliche Gefahr liegt: nicht darin, dass ein Modell etwas falsch versteht, sondern darin, dass das falsche Verständnis ungeprüft beim Kunden landet. Ein Fehler, den man vor dem Absenden sieht, ist eine Anekdote. Derselbe Fehler nach dem Absenden ist ein Anruf, den man nicht führen will.

Eine Datenbank pro Kunde

Ein Teil, auf den ich stolz bin, sieht man von außen nicht: Jeder Mandant bekommt seine eigene, physisch getrennte Datenbank. Kein gemeinsamer Datentopf mit einer Mandanten-Spalte, auf die sich alle Abfragen brav beschränken sollen.

Der Grund ist unromantisch. In einem geteilten Bestand ist Datentrennung eine Frage der Programmdisziplin: ein vergessener Filter in einer Abfrage, und Daten fließen dorthin, wo sie nicht hingehören. Bei getrennten Datenbanken ist die Trennung eine Eigenschaft der Architektur: Wer die eine Datei geöffnet hat, kann die andere nicht sehen. Das ist auch der Grund, warum der Assistent im System viel Freiheit haben darf: er kann in seinem Mandanten Tabellen und Felder selbst anlegen, ohne dass daraus jemals ein Risiko für einen anderen Kunden wird.

Praktischer Nebeneffekt: Wer wieder gehen will, bekommt seinen Bestand als eine Datei. Kein Export-Ticket, kein Datenformat-Streit. Das halte ich für ein Qualitätsmerkmal. Ein Anbieter, der den Ausstieg schwer macht, verlässt sich nicht auf sein Produkt.

Gehostet wird in Deutschland. Jede Änderung wird mitprotokolliert und lässt sich zurücknehmen.

Was es noch nicht kann

Beta heißt Beta, deshalb der ehrliche Teil.

  • Es wird mehrmals pro Woche ausgeliefert. Das ist gut für das Tempo und bedeutet, dass Ihnen Fehler auffallen werden, die ich noch nicht kenne.
  • Die Erkennung ist gut, nicht perfekt. Bei ungewöhnlichen Dokumenten liegt eine Zuordnung mal falsch. Sie sehen jede Zuordnung im Protokoll und können sie mit einem Klick korrigieren. Der Assistent lernt daraus für den nächsten Fall.
  • Es ersetzt keine Fachsoftware. Zeiterfassung, Lohn, Buchhaltung bleiben, wo sie sind. SilentCRM ist die Kundenseite: Kontakte, Verlauf, Angebote, Fristen, Aufgaben.
  • Der Umzug Ihrer alten Daten ist Handarbeit, und zwar meine, nicht Ihre. Ich mache das beim Start persönlich mit, weil genau daran solche Wechsel sonst scheitern.

Wer jetzt reindarf

Die Beta ist geschlossen, weil ich bei jedem neuen Betrieb selbst dabei bin, wenn die Postfächer angebunden und die Altdaten übernommen werden. Das geht mit einer Handvoll Häusern gleichzeitig, nicht mit hundert.

Am besten passt es, wenn bei Ihnen ungefähr das zutrifft:

  • Sie sind Handwerk, technischer Vertrieb oder Dienstleistung, zwischen einer und rund fünfzehn Personen.
  • Der Kundenkontakt läuft überwiegend über Mail und Telefon, zunehmend über WhatsApp.
  • Sie hatten schon mal ein CRM und haben es aufgegeben. Das ist ausdrücklich keine Ausschlussbedingung, sondern die beste Voraussetzung.
  • Sie sagen mir, wenn etwas nicht funktioniert, statt es still zu lassen.

Während der Beta ist alles kostenlos: voller Funktionsumfang, mehrere Postfächer, WhatsApp, KI-Nutzung ohne Deckel. Was ich dafür will, ist ehrliche Rückmeldung und, falls Sie später zufrieden sind, die Erlaubnis, Sie als Referenz zu nennen.

Danach gilt: 29 € im Monat für ein Postfach, 79 € für fünf plus WhatsApp und Team, jeweils netto zuzüglich Umsatzsteuer. Wer in der Beta dabei war, wird vorher gefragt und nicht überrascht.

Warum ich das überhaupt selbst baue

Eine berechtigte Frage, wenn es hundert CRM-Anbieter gibt. Die Antwort: Ich habe gesucht und nichts gefunden, das die Grundannahme umdreht. Alle guten Systeme sind schnell, hübsch und gut gebaut, und alle setzen voraus, dass jemand sie füttert. Wer das nicht tut, hat ein leeres, teures System.

Die zweite Antwort ist unsentimentaler: Ich betreibe seit Monaten mein eigenes System, das genau diese Arbeit für meinen Betrieb macht: Postfächer, Belege, Fristen, Zahlungseingänge. Ich weiß deshalb ziemlich genau, wo so ein Aufbau nach zwölf Wochen anfängt zu bröseln und welche Freigaben man wirklich braucht. Diese Erfahrung in ein Produkt zu gießen, war der naheliegende nächste Schritt.

Wenn Sie das ausprobieren wollen: schreiben Sie mir, mit einem Satz dazu, was Ihr Betrieb macht und wie der Kundenkontakt bei Ihnen läuft. Ich melde mich in der Regel am nächsten Werktag.